(Vorlesung)
…ist frei in der Freiheit ohne Gedanken, ohne Trauma, ohne Anhaftungen, verbunden mit dem reinsten Quell des Lebens in Frieden.
Dann ist der Schmerzkörper passé,
adé.
Kennst du das und kennt ihr das in eurem Bekannten- oder Familienkreis: Schmerzen im Rücken, im Knie, Migräne, chronische Schmerzen, schleichende Entzündungen, Arthritis, Blähbauch, Leaky Gut, Tinnitus, Überbelastung, stressiger Lebensstil, emotionales Essen, Schilddrüsen-„Fehlfunktionen“, PMS, CFS, Fibro, Unfälle und bleibende Probleme, Narbengewebe, stressiger Arbeitsplatz und angespannte Sitzhaltung – und keiner weiß Rat, es gibt keine funktionierende Therapie und der Schmerz soll nun Dauer-Freund bleiben? Medikamente, ruhigstellen, vielleicht Massagen, manuelle Therapie, Meditation, Supplements sollen den Freund jeden Tag begrüßen oder sein Kommen reduzieren und den Körper heilen.
Ich kenne das beruflich. Ich habe viele Menschen gesehen, begleitet und einige behandelt. Auch ich war am Ende mit den hilfreichen Methoden zwischen Kräutern und Steinen, manuellen Anwendungen, Massagen nach Maya-Tradition, Yoga und anderen Methoden. Ich kenne das auch privat. Sowohl aus der Sportwissenschaft als auch im Yoga und bei den Ärzten fand ich oft subjektive, ungenaue, unzureichende Antworten oder den lauten Ausruf: „Ich kann Ihnen nicht helfen!“
Oft schauen wir zu sehr auf den Schmerz, also an eine kleine oder nicht so kleine Lokalität des Körpers, und vergessen: der Schmerz ist ein Symptom, ein Ausdruck, ein Hilferuf, ein Weckruf, eine Vorsichtsmaßnahme des Körpers. Er ist ein Ruf eines gesamtheitlichen Körpers.
Wo schauen wir nicht hin? In das gesamtheitliche Netzwerk. Das hat mich schon zu Studienzeiten gewurmt. Stets ging es um Leistung und Verbesserung oder um Ausgleich nach Schema A, B, C… Wie soll das funktionieren? Auch beim Yoga, wie soll es wirklich für jeden dienlich sein in der Art und Weise, wie wir es heute zumeist flächendeckend praktizieren?
Fühlst du dich auch, als würden Therapeuten und Ärzte und Psychologen etc. eine Schublade aufmachen, in der deine Symptome draufstehen, und dort ein Rezept für dich rausziehen?
SCHLUSS
Ja, ehrlich, SCHLUSS!
Die Suche in die Eigen-Verantwortung
Seit Jahren lebt in mir Frustration, wenn ich nicht ausreichend helfen kann, da ich mich a) unzureichend ausgebildet fühle, b) ich mich von wissenschaftlichen Tendenzen blockiert statt motiviert fühle c) ich weiß, dass da mehr möglich ist! Darum gab es während und vor allem nach dem Studium den Blick in die Welt. Ich wanderte. Die Suche schickte mich in die Welt zu indigenen, schamanischen Methoden aus deren Kosmovision, alternativen Heilpraktiken, Yoga, Holographic Kinetics, Holotrope Atmung, Sound Healing, Bewusstsein-Forschung, psychedelischen Medizin-Pflanzen-Reisen, in die Trance, in das Akasha-Feld, durch den Brunnen Mimirs etc. Ich weiß, alles hat seinen Raum und seine Schönheit. Jedes Kraut, der Zimt, die Kamille, der Kakao, der Tabak, die Melisse, der Pilz, die Schwitzhütte, die Zeremonien, Sound Healing – sie alle haben ihren Ort, ihre Rolle, in Mutter Natur. Sie sind aus Mutter Natur heraus geboren. Sie hat sie sich und uns geschenkt, wie sie uns diesen Körper geschenkt hat. Also lernen wir von ihr das Zusammenspiel – auch in unseren Körpern.
Wir lernen vom Wasser, dass es sich immer einen Weg sucht zu fließen: über, unter, neben den Steinen, als Delta mit vielen kleinen Adern, als Bach aus einer Quelle, als Seen verbunden durch Flüsse oder unterirdischen Wasserläufe, als Regen, der auf den Boden einst verdampfte und dann zurückkehrt.
Wir lernen von der unsichtbaren Vernetzung. Das unterirdische Pilz-Netzwerk Myzel durchwächst die gesamte Erdfläche und würde die Grashalme mit den Sträuchern und Bäumen verbinden, aber wir haben das Land umgegraben, Asphalt reingepflanzt und Berg/Erde flachgelegt. Dennoch: diese kleinen Fäden im Untergrund tauschen weiterhin so weit wie möglich Informationen aus zwischen den Pflanzen vom Acker bis in den Wald. Bei Gelegenheit lässt es essbare Fruchtkörper sprießen. Sie, Mutter Natur, lebt es vor: sie verbindet alles und gestaltet eine komplexe Erscheinungsform aus einer ursprünglichen Materie; sie malt das Leben aus einer noch unbegreifbaren Intelligenz. Sie ist Kunst und Wunder, geometrisch, magisch und sie ist schön anzuschauen.
Die ursprüngliche Materie hält die Information deines ursprünglichen Körpers.
So dürfen wir uns unseren Körper vorstellen: es gibt eine prima materia (ursprüngliche, erste Materie), die uns von Kopf bis Fuß verbindet und sie ist wässrig, sie ist von Fühlern durchzogen, mit den Nerven verbunden; sie ist eine kristalline Struktur, die unser Leben wie damals auf den CDs speichert. Sie ist jedoch nicht statisch, sondern beweglich; sie ist nicht flüssig wie ein Fluss, sonst würde es ins uns rauschen. Sie ist plasmatisch; sie ist flexibel. Sie häuft auch an gewissen Speicherplätzen auf der CD einiges mehr an (musikalischen) Müll an, dem wir dann zuhören bzw. unser Körper hört ihm zu, muss ihm zuhören, denn er hat ihn aufgenommen. Der Müll müllt den Körper zu in den Faszien oder im Lymphsystem, spielt chaotische Symphonien, organisiert die Hormone, zieht den Körper gar zusammen an Orten, wo er sich zu schwer macht und sich dann im gesamten System auswirkt, z.B. kann er sich am Fuß oder im Rumpf ansammeln und zieht dann so lange, bis es im Knie oder in der Schulter oder in der Hüfte zieht und schmerzt, blockiert oder den tiefen Atem behindert. Das klingt wie eine ungestimmte Geige mit zu viel Spannung, also nach Gänsehaut. Im Körper kommt es also zu Überbelastung an einigen Stellen und zum Ausgleichsmanöver an anderen Stellen, wobei der gesamte Körper dann sagt: Es drückt im Rumpf, es zieht und strahlt in die Hüfte ein oder aus – was soll ich noch machen, als da auszugleichen, wo eine Haltung und wo ein Schmerz verhindert werden sollen?
Also beginnt der Körper in alle Richtungen zu drücken, zu ziehen, Spannungen aufzubauen und in kompensierende Schlupflöcher zu sinken. Die Schwerkraft verlangt es so. Zwischen all diesen Zieh-Druck-Spannungsverhältnissen sucht sich das Wasser einen Weg und verhärtet und kalzifiziert an bestimmtem Stellen. Krümmungen, Dysbalancen, sogenannte „Fehlhaltungen“ entstehen. Manchmal sind sie viel älter als unsere Geschichte auf dieser Erde und wir sagen etwas wie: „Den Haluxvalgus habe ich von meiner Mutter!“
Nun sagt nicht: damit muss ich wohl leben!
NEIN!
Wenn der Körper sich verformt hat, kann er sich vielleicht nicht immer die alten Wege suchen, die sich durch ihn einst bewegt haben – und das wollen wir zumeist gar nicht. Er darf sich neue Wege schaffen – wie das Wasser. Glücklicherweise ist der Körper nicht in Stein gemeißelt, sondern plasmatisch und plastisch! Steine sind das teilweise auch, aber sie brauchen viel viel viel mehr Zeit, wenn das Wasser sie aushöhlt und sie im Fluss rollen, sich reiben und runden. Der Körper lernt gerne und seine Motivation ist ein gutes Leben ohne Schmerz. Nerven entspannen sich. Aus neuer Struktur entsteht neuer Halt: für die Knochen, Muskeln und das Bindegewebe (inkl. Kollagene).
Wie soll das gehen, fragt ihr vielleicht?
Über eine biomechanische Betrachtungsweise. Nun schaltet nicht ab. Es wird nicht zu wissenschaftlich sondern hilfreich. Ich habe von Wasser und Strukturen geschrieben, von Knochen und Bindegewebe. Wir wissen vielleicht alle, dass diese sich im Körper stets erneuern und wir mit ihnen arbeiten können. Wir können sie lehren, neue Formen einzunehmen, das alte Zeug von der CD zu waschen und neue Strukturen und Bewegungen aufzubauen. Und nun lest gerne noch einmal den ersten Absatz, denn ja, all diese „Probleme“ können verändert und „begradigt“ werden!
Hin zum Ursprung, hin zur weisen Natur. Sie lehrt die Form.
Die Methode der Natur „gesundes Wachstum“ (und „gesundes Ableben“) trifft auch auf uns zu. Die Methode der hawai’ianischen Tradition Ho’oponopono trifft auch auf unseren Körper zu: wir vergeben und waschen die Anhaftungen aus dem Verstand, dem Herzen und biomechanisch waschen wir sie aus dem Körper. Nach Ho’oponopono gibt es keine Probleme. Es gibt das Leben, das sich fortbewegt. Probleme sind (mentale) Konzepte und Anhaftungen. Dann, wenn die Anhaftungen sich lösen, aktivieren wir den Körper, geben ihm anschließend neuen Input, neue Information, neue Reize, an die er sich anpassen kann: das Wasser nimmt seine beste Form ein. Beim Ho’oponopono füllt die Quelle des Lebens den spirituellen Körper. In der Biomechanik erfrischt eine ursprüngliche Bewegungsform den physischen Körper. Beide Methoden wirken sich positiv auf das Nervensystem und die Hormone aus.
Nein, die dauerhafte Veränderung ist nicht nach einer Woche getan. Erneuerung gestaltet sich aus dem wiederkehrenden, neuen Rhythmus. Der Körper hat sich zwar zu einem sehr leistungsfähigen Träger des Lebens entwickelt, aber auch hier unterliegen wir den Gesetzmäßigkeiten: Masse ist langsam, lernt von Wiederkehr, Bindegewebsstrukturen verändern sich schneller als Knochen.
Durchaus entstehen spontane Veränderungen und Heilung über Quantensprünge in eine andere Realität und du darfst dich lehren, dich in dieser neuen Realität zu ankern und sie zu deinem Wesen zu machen. Das bedeutet auch, dass die Konzepte und der Müll über dich, vielleicht auch Menschen, deine Welt aus den sozialen bis kollektiven Gedankennetzen, aus deinem Bewusstsein gespült werden (siehe Dr. Joe Despenza oder die drei Freunde: Despenza, Braden, Lipton oder Teal Swarn oder Eckhard Tolle). Daraufhin ordnet sich die Materie, also dein Körper, neu. Das ist nicht weniger anstrengend als eine biomechanische Erneuerung. Für einige Menschen ist diese metaphysische Methode unmöglich oder quatsch. Es überfordert das materiell geprägte Denken der letzten Jahrtausende. Das kann unter anderem an einem blockierten Körper liegen und an einem fixierten Verstand. Schmerz und Erfahrungen blockieren. Etwas Neues oder Größeren zu denken oder zu glauben, ist fern der eigenen Realität.
Wahrscheinlich liegt der beste Weg in der Kombination aus der materiellen und metaphysischen Wirklichkeit. Beide folgen Gesetzmäßigkeiten. Zu allererst muss die Absicht klar sein:
EIN LEBEN OHNE SCHMERZ!
Dies soll die neue Realität werden, also schicken wir den Pfeil der Absicht in das Unbekannte … und nein, wir warten nicht auf das heilige Einhorn mit der alles verändernden Berührung, wir bewegen die Masse: Wir leiten aus, der Müll darf rausfließen, wir spüren und fühlen vielleicht, was sich einst angesammelt hat, wir erkennen an, dass der Weg nicht immer der sanfteste ist, da der Schmerz sich tief in vielen Ecken und auf vielen Ebenen vergraben hat: wir lassen noch mehr und mehr los. Dann formen wir eine neue Realität. Vielleicht vibriert das Leben schon anders nach Tagen, wenigen Wochen; andere Menschen und andere Ansichten kommen ins Leben, Leichtigkeit und gelöster Atem gestalten den Alltag. Bei allen reinigenden Methoden ist wichtig, dass wir auch etwas Gutes hineingeben an die Stellen, wo einst Müll lag (siehe Ho’oponopono).
Stellt euch vor, der Verstand und der Körper sind habituelle, träge Wesen, obwohl sie gerne lernen – ein Paradoxon – und laden sich immer wieder die gleichen Sachen ein. Also benötigen sie die nährende Quelle des Lebens, das reine Wasser, die Schönheit, neue Möglichkeiten. Dafür möchte der Körper neue Information und Reize. Hinweg, hindurch oder darüber fließt das Wasser in eine Form und unterstützt nach und nach die Ausprägung für eine neue Stabilität, wenn es tiefere Furchen (neuronale Strukturen) zieht und dann analog im menschlichen Körper das Bindegewebe neuformiert und später adaptieren die anderen festeren Strukturen bis hin zu den Knochen.
Ergo: neue Möglichkeiten sind neue Wege sind neue Formen sind neue Strukturen sind neue Beweglichkeiten. So macht es die Natur. So passen wir uns an.
Wir sind Natur! Wir sind Erde! Wir sind Wasser! Wir sind am Leben! Wir sind organisch! Wir sind atmende Wesen in diesem Wunderwerk Leben.
Woher ist das bekannt?
Du kannst dir das vorstellen wie ein Neuro-Linguistisches Programmieren oder Theta Healing für den Körper: Dort wird ein Glaubenssatz von deiner Festplatte gelöscht, wie: Ich bin nicht geliebt. Dann wird es ersetzt mit: Ich bin geliebt und bin Liebe selbst. Das Prinzip in aller Kürze. Doch bei einer tieferen Betrachtung kann ein neuer Aspekt aufkommen, der an einer anderen Stelle etwas anders sagt oder den gleichen Glaubenssatz wiederholt. Irgendwann bist du nur noch am Umschreiben und Verändern.
Ist das sinnvoll bei körperlichem Schmerz? Ist das sinnvoll, dass du nach einer Physio-Therapie in 3 Monaten wieder für die gleiche Behandlung eine Überweisung erhältst? Ist das nicht frustrierend?
Was ist, wenn es eine Matrix gibt in der prima materia, die dich erst einmal befähigt, diese Ansätze und Glaubenssysteme auszuspülen im Körper? Die mentalen Systeme verkörpern dich, sind verkörpert durch dich. Dein Körper ist das Buch deines Lebens. Er spricht über alles, was du bist und erlebt hast und vor allem über das, was in dir hängen geblieben ist. Das will aufmerksam betrachtet werden und je länger wir wegschauen, desto standhafter, verhärteter wird es. Es fließt nicht mehr – das kennen wir aus dem Yoga und der Holotropen Atmung z.B.
All die bis hierhin genannten Methoden sind berechtigt. Während der Schmerz-Behandlung haben wir einen anderen Fokus als bei der spirituellen Entfaltung und der reinen Trauma-Arbeit. Dies lehren auch indigene Lebensweisen: Spirit ist stets und in allem, was wir heute Animismus nennen: alle ist belebt. Blockaden entstehen. Es wird nach dem Ursprung gesucht: woher sind sie, was hat sich gegen Spirit gewandt? Allerdings ist die moderne Kultur und Tradition weit entfernt von den Lehren und dem Leben in Einklang mit Mama Gaia, Mutter Natur. Wir dürfen eine neue Basis lernen: wie können wir wieder Mensch in Harmonie sein? Das beginnt damit, menschlich zu sein und in Liebe mit unserer physischen Realität zu leben: das bin ich, wenn ich bin, frei von (äußeren) Einwirkungen und Anhaftungen.
Nun wollen wir die Veränderung im Körper ankommen lassen, denn er hat sich, intelligent und anpassungsfähig wie er ist, mit der Geschichte verformt, morphologisch verschoben, Dysbalancen in seiner Symmetrie geschaffen und seinen eigentlichen Blueprint, Blaupunkt, Ursprungszustand verändert. Wir sagen, das ist das Alter, das sind die Abnutzungen. Wenn wir die Geschichten weiterhin schreiben lassen, dann ja, sind die Geschichten mit dem Alter zunehmen schwerer und schmerzhafter.
Aber müssen wir diesen Glaubenssatz annehmen, diese Selbst-Erzählung jeden Tag verwirklichen?
NEIN
Wir können aktiv mitgestalten. Wir unterliegen keiner Qual, keinem Leid, keinem Schmerz, solange wir ihn nicht jeden Tag re-produzieren.
Möchtest du die Ausrede und Plan S (Schmerzplan) weiterhin glauben? Möchtest du die Abhängigkeit weiterhin be-leben und den Schmerz verhärten? Oder möchtest du dich einem lebendigen Leben in alle Richtungen tanzend öffnen?
Stell dir deinen Körper vor, jeder Fingerknochen und jeder Wirbelkörper, jede Rippe, die Schulter-Gelenke, die Hüftknochen und die Knie-Gelenke, die Fußknochen – alle Knochen sitzen genau da, wo sie zu sitzen haben – für dich zu sitzen haben – und das Bindegewebe, die Sehnen, Bänder und speziell die alles verbindenden Faszien formen sich um die Knochen, durch die Muskeln, durch die Organe und halten dich in der für dich geeigneten Form stabil. Ohne Schmerz, ohne ausgleichendes Wanke, aber mit tiefem Atem und Sicherheit. Dein Körper, deine Gedanken, dein Herzschlag als einmaliger „Fingerabdruck“ – klar wie das Wasser einer Quelle.